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Aus den AMS-FAQ: zur Abrechnung der Kurzarbeitsbeihilfe
geschrieben von: Wilhelm Kurzböck ()
Datum: 21. May 2020 20:05

Frage 76:

Welche Personenstammdaten werden bei der AMS-Kurzarbeitsbehilfenabrechnung benötigt?

o Die benötigten Personenstammdaten:
o Sozialversicherungsnummer
o Geschlecht
o (Titel)
o Vorname
o Familienname
o Lehrling ja/nein
o Bruttoentgelt vor Beginn der Kurzarbeit im Betrieb
o Normalarbeitszeit vor Beginn der Kurzarbeit im Betrieb (Vollzeit / Teilzeit)
o Die Angabe Lehrling ja/nein bewirkt, dass allfĂ€llige LehrlingsentschĂ€digungen unter der ASVG-GeringfĂŒgigkeitsgrenze sich mit der ASVG-GeringfĂŒgigkeitsgrenze generieren (Pauschalsatztabellen beginnend mit € 461,00).

o Das Bruttoentgelt und die Normalarbeitszeit vor Beginn der Kurzarbeit im Betrieb sind fĂŒr die Ermittlung des Pauschalsatzes fĂŒr die Kurzarbeitsbeihilfe pro Ausfallstunde maßgeblich.
o In Bezug auf die Kurzarbeitsbeihilfe (Anzahl Ausfallstunden mal Pauschalsatz) bleiben Änderungen wĂ€hrend der Kurzarbeit (Wechsel Vollzeit/Teilzeit; Lehrling/Arbeiter/Angestellte) unberĂŒcksichtigt.

o Die arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Auswirkungen bleiben hiervon unberĂŒhrt.
o Im Abrechnungstool sind daher das Bruttoentgelt und die Normalarbeitszeit vor Kurzarbeit grundsÀtzlich nur einmal bzw. in der Abrechnungsdatei mit einer Zeile zu erfassen.


Frage 77:

Was ist unter „Bruttoentgelt fĂŒr den ganzen Monat“ zu verstehen?


o GrundsĂ€tzlich ist das tatsĂ€chlich bezahlte Bruttoentgelt fĂŒr den gesamten Abrechnungsmonat anzugeben, auch wenn dieses die ASVG-Höchstbeitragsgrundlage ĂŒberschreitet oder der Abrechnungszeitraum untermonatig ist (z.B. Bruttoentgelt fĂŒr den Monat MĂ€rz, auch wenn sich die Berechnung der Ausfallstunden auf den Kurzarbeitszeitraum 16.3.2020 bis 31.3.2020 bezieht).

o Erfolgt eine vorlÀufige Abrechnung der Corona-Kurzarbeit entsprechend der Empfehlung der Sozialpartner, so ist zunÀchst das auf dem Lohnkonto ausgewiesene vorlÀufige Bruttoentgelt anzugeben (idR ident mit dem Bruttoentgelt vor Beginn der Kurzarbeit im Betrieb).

o Dieser Wert kann nach Übermittlung der Abrechnungsdaten an das AMS nicht korrigiert werden. Das AMS geht davon aus, dass – nach entsprechender Aufrollung – auf dem Lohnkonto das tatsĂ€chliche Bruttoeinkommen im Kurzarbeitsmonat insgesamt, sowie das Entgelt fĂŒr geleistete Arbeitsstunden (bzw. zu leistenden Stunden bei Entgeltfortzahlung) und die KurzarbeitsunterstĂŒtzung fĂŒr entfallende Arbeitsstunden ausgewiesen werden.

o SpĂ€testens in der Abrechnung fĂŒr den Monat Mai sollte das ausgewiesene Bruttoentgelt dem tatsĂ€chlich bezahlten Bruttoentgelt entsprechen.

o Die Höhe des anzugebenen Bruttoentgelts im Abrechnungsmonat richtet sich nach denselben Bestimmungen wie beim Bruttoentgelt vor Beginn der Kurzarbeit im Betrieb:

o Anzugeben ist das Bruttoentgelt gemĂ€ĂŸ § 49 ASVG, wobei auch alle jene ZuschlĂ€ge und Zulagen sowie SachbezĂŒge hinzuzurechnen sind, die regelmĂ€ĂŸig Lohn-/Gehaltsbestandteil sind.
o Nicht zu berĂŒcksichtigen sind:
o Sonderzahlungen
o Entgeltanteile fĂŒr Überstunden, außer es handelt sich um unwiderrufliche Überstundenpauschalen oder Anteil an Allinclusive-
o Entgelten, die der Abgeltung allfĂ€lliger Überstundenleistungen gewidmet sind
o DiÀten und AufwandsersÀtze, welche nicht der Sozialversicherung unterliegen

Bei Personen in Elternkarenz, Bildungskarenz, PrĂ€senz- oder Zivildienst, die im Abrechnungszeitraum kein Bruttoentgelt aufweisen, ist aus technischen GrĂŒnden € 0,01 einzutragen.


Frage 78:

Wie erfolgt die Berechnung der Ausfallstunden im Überblick?

Grundlage sind die ordnungsgemĂ€ĂŸen und wahrheitsgetreuen Dienstzeitaufzeichnungen fĂŒr den jeweiligen Abrechnungszeitraum:
Normalarbeitszeitstunden lauf Kollektivvertrag/Arbeitsvertrag
- abzĂŒglich Stunden, fĂŒr die Ersatzleistungen gebĂŒhren
= errechnete potentiell zu leistende Arbeitsstunden (100% Bezugsbasis)
- abzĂŒglich geleistete Arbeitsstunden
- abzĂŒglich konsumierter Urlaub/konsumiertes Zeitguthaben
- abzĂŒglich Entgeltfortzahlung fĂŒr Krankenstand und § 1155 ABGB in der geplanten Arbeitszeit wĂ€hrend Kurzarbeit
= errechnete Ausfallstunden
- abzĂŒglich geleistete Überstunden
= verrechnete Ausfallstunden (Prozentanteil Arbeitszeitausfall)
(mal verrechneter Pauschalsatz = verrechnete Kurzarbeitsbeihilfe)

Die errechneten potentiell zu leistenden Arbeitsstunden werden als Basis (100%) fĂŒr die Berechnung des Prozentanteils an Ausfallstunden ĂŒber den gesamten Kurzarbeitszeitraum herangezogen (zulĂ€ssig sind höchstens 90%).


Frage 79:

Wie sind Stunden mit Entgeltsfortzahlung fĂŒr Krankenstand und § 1155 Abs. 3 ABGB zu erfassen?

Im Feld ‚Entgeltfortzahlung fĂŒr Krankenstand und § 1155 Abs. 3 ABGB‘ sind

o Krankenstandstunden mit vollstĂ€ndiger Entgeltfortzahlung einschließlich unfallbedingter Krankenstandstunden (Arbeitsunfall/Freizeitunfall) sowie

o Stunden mit Entgeltfortzahlung gemĂ€ĂŸ § 1155 Abs. 3 ABGB (allgemeine GeschĂ€fts- und Betriebsschließungen in den Sperrgebieten und in Österreich)

die in geplante Arbeitszeiten wÀhrend Kurzarbeit fallen, zu erfassen.

Diese Stunden wÀhrend geplanter Arbeitszeiten stellen keine Ausfallstunden dar. Ausfallstunden sind jene Zeiten, in denen keine geplanten Arbeitsstunden vorgesehen waren.

Krankenstandstunden, fĂŒr die als Ersatzleistung ein halbes Krankengeld oder ein Zuschuss aus Mitteln der Unfallversicherung gemĂ€ĂŸ § 53b ASVG gebĂŒhrt, sind im Eingabefeld ‚Stunden fĂŒr die Ersatzleistungen gebĂŒhren‘ zu erfassen.


Frage 80:

Wie sind Stunden mit Entgeltsfortzahlung fĂŒr sonstige Dienstverhinderungen zu erfassen?

FĂŒr Dienstverhinderungen mit Entgeltfortzahlung, wie z.B. Pflegefreistellung, Arztbesuche, Behördenwege, infolge Grenzschließung oder QuarantĂ€ne im Ausland, u.Ă€. können keine Ausfallstunden geltend gemacht werden.

Diese Normalarbeitszeitstunden sind daher zu GĂ€nze wie konsumierter Urlaub/konsumiertes Zeitguthaben im Eingabefeld ‚konsumierter Urlaub/konsumiertes Zeitguthaben‘ zu erfassen.


Frage 81:

Wie sind Feiertage in der Abrechnung zu berĂŒcksichtigen?

Wenn im Betrieb ĂŒblicherweise an Feiertagen nicht gearbeitet wird, sind diese Normalarbeitszeitstunden keine Ausfallstunden und sind im Eingabefeld ‚Normalarbeitszeitstunden laut Kollektivvertrag/Arbeitsvertrag‘ nicht zu berĂŒcksichtigen.

Beispiel:

Bei einer 40-Stundenwoche (Monat bis Freitag je 8 Stunden) und wenn im Unternehmen ĂŒblicherweise an Feiertagen nicht gearbeitet wird, ergeben sich bei einer Kurzarbeit vom 16. MĂ€rz 2020 bis 31. Mai 2020 folgende Normalarbeitszeitstunden:
o im Monat MĂ€rz: 96 Normalarbeitszeitstunden (12 Arbeitstage x 8 Stunden)
o im Monat April: 168 Normalarbeitszeitstunden (21 Arbeitstage x 8 Stunden)
o im Monat Mai: 152 Normalarbeitszeitstunden (19 Arbeitstage x 8 Stunden)



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