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Lehrgang: Örtliche Bauaufsicht - Zertifizierte Ausbildung in 8 Tagen

mit Prüfung zum "Experten/Expertin für Örtliche Bauaufsicht"

Referenten: RA Ing. DDr. Hermann Wenusch / RA Prof. Dr. Michael Breitenfeld / Dipl.-Ing. Guido Markouschek und weitere ExpertInnen
Veranstaltungsform: Lehrgang

zu den Details
Preis pro Teilnehmer € 2.780,00 exkl. Ust , inkl. Frühbucherbonus von - 200 €;

Optionale Frühbucher-/Aktionsinfos: Ermäßigungen sind nicht addierbar. Irrtümer und Preisänderungen vorbehalten.

Die „örtliche Vertretung der Interessen des Bauherrn auf der Baustelle“ wird in vielen Leistungsbildern und ­Individualverträgen als die Hauptaufgabe der Örtlichen Bauaufsicht (ÖBA) genannt. Tatsächlich ist die ÖBA im Idealfall das alter ego („­anderes ich“) des Bauherrn. Trotzdem können sich die Aufgaben von Fall zu Fall nicht nur unwesentlich unterscheiden, weil es immer auf die konkrete Vereinbarung ankommt. 

Im modernen Baubetrieb hat sich eine Vielzahl von Tätigkeiten entwickelt: Projektmanagement oder -steuerung, ­begleitende Kontrolle, etc. Der ÖBA kommt dabei aber noch immer eine zentrale Rolle zu - nicht zuletzt, weil ihr im Einzelfall auch oft „andere“ Pflichten aufgebürdet werden.

Inhaltlich haben sich in der jüngeren Vergangenheit die Pflichten eines Bauherrn massiv ausgeweitet: War es zunächst bloß eine vage Fürsorgepflicht, die zu beachten war, so ist es heute auch die Sicherheit der einzelnen Bauarbeiter (BauKG) und deren Entgeltschutz (LSD-BG). Als Bauherrnvertretung muss die ÖBA also nicht nur technisch „gerüstet“ sein – neben der Kenntnis der allgemeinrechtlichen Grundlagen ist die Kenntnis von einigen „Spezialgesetzen“ erforderlich. Und zudem natürlich die Kenntnis von allgemein akzeptierten Richtlinien, wie den ÖNORMen ...

Theoretisches Wissen alleine macht aber noch keine gute ÖBA aus: Der Umgang mit Menschen und die Bewältigung von Konflikten sind Kompetenzen, über die die ÖBA verfügen sollte. Zuletzt ist Dokumentation und Berichtswesen ein wesentlicher Bestandteil der Tätigkeit der ÖBA.

Ziel unseres Lehrgangs ist eine praxisorientierte Aus- & Weiterbildung, die eine Erleichterung in der täglichen Arbeit und Sicherheit bei auftauchenden Fragen ermöglicht. 


Vorbereitung, Prüfung, Zertifizierung & Rezertifizierung

Im Anschluss an den Lehrgang besteht die Möglichkeit, eine freiwillige schriftliche Prüfung abzulegen (Termine siehe Seite 6). Um ein international anerkanntes Zertifikat „Experte/Expertin für Örtliche Bauaufsicht” gem. Zertifizierungsschema der Austrian Standards plus GmbH zu erlangen, ist der Besuch des gesamten Lehrgangs Voraussetzung für den Antritt zur Prüfung. Die Prüfung findet bei einer Mindestteilnehmerzahl von 3 Personen statt. 

Die Prüfungsgebühr (€ 240,–) fällt pro Antritt – unabhängig vom Ergebnis – an. Die Anmeldung dazu ist verpflichtend!
Die Gültigkeit des Zertifikats beträgt 5 Jahre. Zur Aufrechterhaltung des Zertifikats ist in weiterer Folge ein Nachweis der ­Weiterbildung im Ausmaß von mind. 8 Stunden pro Jahr innerhalb der vergangenen 5 Jahre zu erbringen sowie die ­positive Absolvierung eines Rezertifizierungsworkshops erforderlich. 

Wählen Sie für Ihre Weiterbildung aus unseren Bau-Seminaren auf www.ars.at!


Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung

  • Absolvierung des ARS-Lehrgangs „Örtliche Bauaufsicht“
  • Nachweis
    • einer entsprechenden schulischen Ausbildung (mind. Matura oder HTL) oder
    • der erfolgreichen Ablegung der Baumeisterprüfung oder
    • einer mindestens dreijährigen Tätigkeit im Bereich der Örtlichen Bauaufsicht oder 
    • einer mindestens fünfjährigen facheinschlägigen Tätigkeit im Bereich der Baubranche 
    • in entsprechend verantwortungsvoller Position sowie die positive Ablegung der ZT-Prüfung einschlägiger Fachgebiete
  • Begrüßung, Einführung & Impulsvorträge
    • Begrüßung und Einführung
    • Impulsvortrag: Vergaberecht für die ÖBA
    • Impulsvortrag: Die ÖBA und die Baubehörde
  • Wünsche des Bauherrn an die ÖBA
    • Die ÖBA ist in vielen Fällen der verlängerte Arm des Bauherren, im Vortrag soll dessen Vorstellung zur ÖBA-Leistung, vor allem im Infrastrukturbereich, vermittelt und diskutiert werden
  • Wünsche des Bauunternehmers an die ÖBA
    • Zusammenstellung Ausschreibungsunterlagen
    • Befugnis der ÖBA
    • Terminplanung
    • Baubesprechung/Protokollführung
    • Partnerschaftliche Abwicklung
    • Leistungsprüfung/Mängelbegehung
  • Bauprodukte – Bestimmungen für das Inverkehrbringen und die Verwendung
    • Europarechtliche Grundlagen
    • Österreichische Bestimmungen für die Verwendung von Bauprodukten
    • Marktüberwachung von Bauprodukten
    • Zuständigkeiten der Baubehörden und der Marktüberwachungsbehörde
  • Ein verbreitetes Leistungsbild
    • Leistungsbilder werden für durchschnittliche Projektgrößen konzipiert, sodass ab Projektklasse 3 präzisierte, konkretisierte Vertiefungen eingesetzt werden sollten.
      • Projektklassen, als Definition für die Anforderungen an Projektbeteiligte und Verträge
      • Detailanalysen der Arbeit einer ÖBA anhand eines vertieften Leistungsbildes
      • Darstellung der einzelnen Arbeitsschritte und der zu erstellenden Dokumente
  • Juristische Grundlagen 1 „Rechtsgeschäfte”
    • Willens- und Willenserklärungen
    • Angebot und Annahme
    • Bedeutung der Form des Vertragsabschlusses
  • Juristische Grundlagen 2 „Haftung”
    • Unterschied: Erfüllung, Gewährleistung, Schadenersatz, Garantie (Versicherung)
    • Erfüllung: Leistung, Übernahme
    • Gewährleistung: Definition des Mangels, Gewährleistungsfrist, Gewährleistungsbehelfe
    • Schadenersatz: Schaden, Kausalität, Verschulden, Rechtswidrigkeit
  • Wer haftet am Bau wem gegenüber und wofür?
    • Bauherr (Liegenschaftseigentümer)
    • Architekt
    • ÖBA, Bauunternehmer, Baustellenkoordinator, Behörden
  • Claim? Mehrkosten, Zusatz, Nachtrag
    • „Pacta sunt servanda“ (Verträge sind einzuhalten) in der Baupraxis
    • Leistungsdefinition beim Vertragsabschluss
    • Schuldinhalt bei Einheitspreis- und Pauschalpreisvertrag
    • Bedeutung eines Leistungsverzeichnisses (Schuldinhalt oder „Preisausmesser”)
    • Schuldinhalt bei konstruktiver und funktionaler Ausschreibung
    • Leistungsänderung nach der ÖNORM B 2110
    • Abgrenzung verschiedener Verträge zwischen den selben Vertragsparteien
    • Vorzeitige Beendigung von Verträgen (von Abbestellung bis Rücktritt)
  • ÖNORM B 2110 – Grundlagen
    • Alle für die Bauabwicklung relevanten Bestimmungen im Überblick
    • Schwerpunktthema Vertragsbestandteile und deren Reihenfolge
    • Schwerpunktthema Nebenleistungen
    • Schwerpunktthema Prüf- und Warnpflicht
    • Schwerpunktthema Regie | Schwerpunktthema Verzug
    • Schwerpunktthema Übernahme und Gewährleistung
  • Sicherheit am Bau 1: ASchG sowie baustellenrelevante VO und Normen
    • Die Arbeitsvorbereitung in sicherheitstechnischer Hinsicht = Evaluierung nach ASchG
    • Grundlegende Bestimmungen nach BauV | Erdarbeiten nach BauV
    • Gerüste nach BauV und ÖNORM B 4007, Leitern nach AM-VO
    • Arbeiten auf Dächern | Spezielle Bauarbeiten nach BauV
  • Sicherheit am Bau 2: BauKG
    • Die wesentlichen Inhalte des BauKG
    • Die Einbindung der ÖBA in die Baukoordination gemäß ÖNORM B 2107
    • Die ÖBA als Projektleiter gemäß BauKG
    • Die ÖBA als Baustellenkoordinator
    • Haftung und Verantwortung der ÖBA nach Arbeitsunfällen
  • Haftung für Sozialbetrug am Bau
    • Überblick zu den Haftungen der Sozialbetrugsbekämpfung
    • Im Detail: Haftungen des Auftraggebers selbst
    • Kontrollpflichten
    • Rechtsfragen, die aus falscher Vertragsqualifikation herrühren (z. B. Scheinselbstständigkeit)
  • Qualitätssicherung durch die ÖBA
    • Prüfliste als Vorgabe für die Hot Spots der Planung
    • Prüfplan als Übersetzung  in die Baustelle
    • Prüfbuch als Ergebnis der proaktiven, positiven Qualitätsarbeit
  • Kommunikation / Konfliktmanagement
    • Kommunikations-, Verhandlungs- und Konfliktregelungsmodelle
    • Grundhaltungen und zentrale Elemente konstruktiver Gesprächsführung
  • Bauwerksdokumentation
    • Dokumentationen für den AG
    • Dokumentationen für den Betreiber
    • Dokumentationen für die Behörden
  • ÖNORM B 2110 – Abrechnungen
    • Vorgangsweise bei der normgemäßen Bauabrechnung
    • Ausmaßfeststellung und Rechnungskontrolle
    • Schlussrechnungsprüfung und Sicherstellungen
  • ÖNORM B 2061 – Grundlagen der Kalkulation
    • Zweck und Inhalt der ÖNORM B 2061 im Überblick
    • K-Blätter als qualifizierte Instrumente der nachvollziehbaren Prüfung von Kalkulationsansätzen
    • Erkenntnisse aus der Detailkalkulation für Vergabe und Vertrag
  • Mangel und Bauschaden
    • Definition des Mangels aus rechtlicher und technischer Sicht
    • Wie entstehen Mängel? / Arten von Mängeln / Die Psychologie des Mangels
    • Die wichtigsten Kriterien zur Beurteilung eines Mangels / Nichtmangels
    • Die perfekte Mängelrüge und deren Rechtsfolgen / Umgang mit Reklamationen
    • Diverse Normen, unbekannt aber schlagend (z. B. ÖNORM B 2104)
    • Die Undeutlichkeitsregel (ÖNORM B 2110 gg. ÖNORM B 2060) | Beispiele
  • Bau-, Bauherrn-, Planungsbesprechung
    • Besprechungskreise als Organisationsansatz | Protokolle für jeden Einzelnen nicht als Monsteraktenvermerk
    • Einbinden der Terminpläne in die Besprechungsvorlagen | Collaborative Werkzeuge für Bauprojekte
  • BauleiterInnen von Auftraggebern und Auftragnehmern
  • ArchitektInnen, PlanerInnen
  • Bauträger, Genossenschaften | Bauhaupt- und Baunebengewerbe | Bausachverständige
  • Ingenieurbüros | Bauämter, Baubehörden
Projektorganisation
 Christine Walser

Christine Walser

Seminarorganisation cw(at)ars.at

Tel: +43 1 7138024-26

Fax: +43 1 7138024-14

Konzeption
 Susanne Jäckel

Susanne Jäckel

Senior Program Manager sj(at)ars.at

Tel: +43 1 7138024-22

Fax: +43 1 7138024-14

ARS Seminarzentrum
ARS Seminarzentrum
Schallautzerstraße 2-4
1010 Wien

Tel: +43 1 713 80 24

e-Mail: office@ars.at

04.10.2017 bis 03.11.2017 / siehe bitte Programm
Ermäßigungen & Teilnehmerstaffel
30 %
(per TN) ab 10 TeilnehmerInnen eines Unternehmens
10 %
(per TN) ab 3 TeilnehmerInnen eines Unternehmens
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